Niedersachsen

Kartoffelkompetenz

Der Stammsitz unserer Familie lag von 1550 bis ins frühe neunzehnte Jahrhundert in der kleinen „Samtgemeinde“ Lachendorf bei Celle. Sie liegt idyllisch am Südrand der Lüneburger Heide und stellt ein Konglomerat aus mehreren kleinen Ortschaften dar, deren Namen immer mal wieder in  unseren Recherchen fallen.

Mal stellte die Familie Gellern einen Pastor in Helmerkamp, mal einen Ziegelmeister in der Ziegelei, mal bewirtschaftete ein Herr Gellern den Gutshof in Lutter, dann pachtete der nächste eine Wiese in Wohlenrode. Einer heiratete durch die Hochzeit mit Dorothea von Eldingen in den niedersächsischen Bauernadel ein, ein anderer lebte als sogenannter Häusler von der Hand in den Mund. Kurzum, man tat 200Jahre zwischen Ackerbau und Viehzucht und der Ziegelbrennerei das, was man auf dem Land eben so tut und vielleicht noch ein wenig darüber hinaus.

Letzten Endes existiert in dieser Gegend heute niemand mehr, der den Namen Gellern und im Idealfall hypothetisch eine Chronik hätte führen können. Das müssen wir nun heute mühsam selbst erledigen. Aber irgendwie erzeugt das ja auch Jagdfieber.

Wie pittoresk es in der Südheide aussehen kann, zeigt der nun folgende kleine Film. Viele der eingangs erwähnten Ortschaften erwachen bildhaft zum Leben.

Persönlich war ich das erste und letzte mal Anfang der achtziger als kleiner Junge Jahre in Lachendorf. Damals hat mich mein Vater auf der Suche nach einer, von unseren Vorfahren gestifteten Kirchenglocke mitgenommen. Die Atmosphäre, die der Film erzeugt, deckt sich ganz gut mit meinen Erinnerungen: tiefstes Münsterland in protestantisch. Quasi wie zuhause. Er ließ mich dann am Glockenturm auch mal eine Leiter heraufklettern und im Halbdunkel glaubte ich, in der Glocke unseren Name lesen zu können. Tja, wenn es damals doch schon Fotoapparate mit Blitzgeräten  gegen hätte…

Rainer Gellern

 

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