Henne

Henne oder Ei?

Geldern? Gellern? Zefix!

Es ist mal an der Zeit, sich mit der Schreibweise unseres Namens zu beschäftigen. Ich fürchte, eine klare Unterscheidung der zwei Namen gleicht im frühen sechzehnten Jahrhundert der Quadratur des Kreises. Findet man in einem Ortsfamilienbuch den Vorfahren XY unter dem Nachnamen Geldern, entdeckt man ihn im nächsten Archiv als Gellern wieder.

Da Klarheit hineinbringen zu wollen, bedeutet, sich in die Psychose zu forschen. Ich könnte es mir einfach machen, aus Walter von Geldern-Crispendorfs Buch von 1919  „Geschichte der Familie Geldern und von Geldern-Crispendorf“ zitieren und die Sache auf sich beruhen lassen:

GellernGeldern

(Bzw. Gellern,  Anmerkung von Rainer Gellern)

Mache ich aber nicht. Ich zäume das Pferd mal von der anderen Seite auf. Gehen wir mal davon aus, daß der Name von Gellern als Herkunftsbeschreibung auf die Stadt Geldern hinweist. Ist dann die niederländische Stadt Gelre gemeint?

Gelre

(Hier abgebildet auf deutschen Notgeld von 1922 und bezugnehmend auf eine historische Drachensage)

Oder die Stad Gelria (Stadtplan von 1613)

Gelria

Oder doch eher das Fürstenthumb Gellern?

Fürstentumb

Das französische Gueldre?

Gueldre

Oder doch das niederrheinische Städtchen Geldern?

Geldern

Wie kann man einen Familiennamen zeitlich hundertprozentig festlegen wollen, wenn sich der Name des dazugehörigen Ursprungsorts im Laufe dieser Jahre ständig ändert, bzw. in verschiedenen Sprachen  auch noch anders lautet?

Selbst die Gebrüder Grimm lassen im Deutschen Wörterbuch von 1838 noch mehrere Möglichkeiten offen:

die Gellerischen heiszen die von Geldern, das auch selbst Gellern heiszt, nl. beiKilian 707b Gheldre, Ghelre, Gelria, Sicambria.“

Und meiner Meinung nach macht die Tatsache, daß unser Zweig der Familie wenn man so will, als Alleinstellungsmerkmal, die ältere Schreibweise beibehalten hat, die Sache doch nur interessanter.

Mit einer überschaubaren Anzahl von nur noch etwas mehr als einem Dutzend lebender Gellerns und geschätzten 200 Namensvettern innerhalb der fünfzehn Generationen seit Arendt von Gellern um 1500 haben wir damit, um im Jargon von Münzsammlern zu schreiben: ein schönes, abgeschlossenes Sammelgebiet.

Rainer Gellern

Hier noch als Anekdote ein historisches Abbild des Anton Franck aus Gellern, einem riesenwüchsigen Mann, der im sechzehnten Jahrhundert in Gelderland Berühmtheit erlangte:

antonfranck

 

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